|
Saas Grund / „Die
Interessensgemeinschaft gegen Elektrosmog im Saastal macht mobil“ –
So titelte die RZ im Dezember vergangenen Jahres. Mit Erfolg! Bis
heute haben sich über 200 Personen dem Verein angeschlossen.
Von Walter Bellwald
„Wir wollen die Bevölkerung auf die stete
Gefahr aufmerksam machen und für die Problematik sensibilisieren“,
erklärt IG-Präsident Edgar Ruppen die Beweggründe des Vereins. Auch
die Krankenkasse Saastal unterstützt dieses Vorgehen. In einer
Umfrage über das Wohlbefinden der Saaser Bevölkerung im Zusammenhang
mit Elektrosmog kam denn auch Erstaunliches zu Tage. Rund 60 Prozent
der Befragten, die den Fragebogen zurück sandten gaben an, mit
Schlafstörungen zu kämpfen und 40 Prozent klagten über regelmässige
Kopfschmerzen.
Starker Anstieg Für Kurt
Anthamatten eine mögliche Folge der Bestrahlung: „Obwohl bisher
keine hundertprozentigen Rückschlüsse auf eine Strahlenbelastung
möglich sind, ist davon auszugehen, dass sich Elektrosmog negativ
auf die Gesundheit des Menschen auswirken kann.“ Um seine Aussage zu
unterstreichen, verweist Anthamatten auf die Kos-tenexplosion im
Gesundheitswesen: „Noch vor 20 Jahren betrugen die Bruttoleistungen
in der obligatorischen Grundversicherung in der Schweiz 831 Franken
pro Versichertem. Bis heute sind sie auf 2741 Franken angestiegen.
Das entspricht einer Zunahme von 230 Prozent.“ Allein mit der
Einführung des neuen Krankenversicherungsgesetzes könne diese
Steigerung nicht begründet werden. Genauso wenig wie mit dem
steigenden Durchschnittsalter der Versicherten oder dem
medizinischen Fortschritt. Tatsache sei nun mal, so Anthamatten,
dass sich der allgemeine Gesundheitszustand verschlechtert habe.
Darum sei er bemüht, im Sinne einer gesundheitsfördernden Kampagne
nach den wirklichen Ursachen dieser Entwicklung zu suchen.
Rechtshilfegesuch gestellt Aufgrund
verschiedener Anfragen hat die Gemeinde Saas Grund jetzt beim
Bundesamt für Kommunikation (Bakom) ein Rechtshilfegesuch gestellt,
um die genaue Inbetriebnahme, die Sendeleistung, den Bau der Anlagen
und den vorgeschriebenen Grenzwert der Antennen in und um Saas Grund
zu eruieren. Dabei wurden vom Bakom fünf Standorte ermittelt, welche
weniger als einen Kilometer von der Gemeindegrenze entfernt sind.
Sieben weitere Anlagen sind in der weiteren Umgebung von Saas Grund
in Betrieb. In einem der RZ vorliegenden Schreiben verweist das
Bakom auf die Angaben der Netzbetreiber: „Wir haben festgestellt,
dass bei einem der Betreiber als Einschaltdatum immer das Jahr 2004
angegeben ist, das bedeutet, dass die Angabe ‚2004‘ nicht unbedingt
korrekt ist. Der betroffene Netzbetreiber arbeitet an der Lösung des
Problems...“ Zudem wurde bei der Sendeanlage Plattjen eine maximale
Sendeleistung von 300 Watt angegeben, obwohl sich nach kantonaler
Baubewilligung vom 11. Juli 2006 allein an diesem Standort insgesamt
acht Anlagen mit einer deklarierten Leistung von 9800 Watt befinden.
Die „IG gegen Elektrosmog im Saastal“ will nun der Sache auf den
Grund gehen.
Ihre Meinung interessiert uns!
|