210 Gamser wehren sich erfolgreich gegen Sunrise-Projekt
Gemeinde lehnt Natel-Antenne ab

Brig-Glis / Gamsen / Der Briger Stadtrat tritt auf ein Baugesuch zur Erstellung einer neuen Natel-Antenne in Gamsen nicht ein. Der Entscheid kommt einem eigentlichen Moratium gleich. Gegen den Bau der 13,20 Meter hohen UMTSAnlage haben nicht weniger als 210 Personen eingesprochen.

Von German Escher, rz-online 28.09.2006

Die Gamsner geben ihren Kampf gegen neue Natel-Antennen nicht auf. Gegen das Vorhaben der Swisscom, beim Autobahn-Ostportal eine Antennenanlage zu bauen, haben zahlreiche Einsprecher eingesprochen und gegen die kantonale Bewilligung rekurriert.

Grosse Opposition

Jetzt richtet sich die Opposition gegen ein weiteres Projekt von Sunrise. Sie will beim Depotgebäude der Schwery Bau AG eine 13,2 Meter hohe UMTS-Anlage erstellen. Ende August wurde ein entsprechendes Baugesuch eingereicht, gegen welches nicht weniger als 210 Einsprachen eingingen. Die Einsprecher befürchten eine Beeinträchtigung der Gesundheit und kritisieren, dass die Antennenanlage in unmittelbarer Nähe zum Primarschulhaus und zum Kindergarten zu stehen käme. Zudem wird angezweifelt, dass die verlangten Grenzwerte tatsächlich eingehalten werden und die Berechnung der Belastungswerte der bundesrechtlichen Praxis entspricht. Bereits im vergangenen Jahr hat Sunrise am selben Standort ein Baugesuch zur Erstellung einer ähnlichen Natel- Sendemaste eingereicht. Damals kam die kantonale Dienststelle für Umweltschutz zum Schluss, dass die Grenzwerte nicht überall eingehalten werden können.

Langzeitwirkung ungewiss

Auch das zweite Baugesuch hat wenig Chancen. An seiner Sitzung vom 12. September hat der Briger Stadtrat beschlossen, auf das Baugesuch erst gar nicht einzutreten. Der Stadtrat stützt sich dabei auf einen Grundsatzbeschluss vom 16. Mai 2006, „Baugesuche für Mobilfunkantennen grundsätzlich nicht zu behandeln, bis gesicherte Resultate und verlässliche Messmethoden vorliegen.“ Ende August hat der Stadtrat diesen Grundsatzbeschluss nochmals bestätigt. „Die Langzeitwirkungen sind nicht ausreichend abgeklärt“, heisst es in der Begründung der Stadtgemeinde. Der Gemeinderat vertritt die Ansicht, dass die kürzlich publizierte Studie einzig Resultate für Versuchspersonen aufweist, die nur einer kurzfristigen Bestrahlung von 45 Minuten ausgesetzt wurden.

Faktisches Moratorium

In Gamsen freut man sich zwar, dass der Stadtrat vorerst auf das Baubegehren nicht eingetreten ist. Für Bernard Simonini, Präsident der IG Gamsen, reicht das nicht aus: „Die Stadtgemeinde muss ein eigentliches Moratorium beschliessen, einen Kataster erarbeiten und eine Zusammenarbeit der verschiedenen Mobilfunkanbieter erwirken.“ „Unser Grundsatzbeschluss entspricht einem Moratorium“, entgegnet Stadtpräsidentin Viola Amherd. Ob man den stadträtlichen Grundsatzbeschluss nötigenfalls durch die verschiedenen Rechtsinstanzen verteidigen würde, lässt die Präsidentin offen. Das hänge von einem allfälligen Gerichtsurteil und der entsprechenden Begründung ab. Ein Kataster hält Amherd aber für unnötig: „Wir kennen alle Antennen-Standorte und haben auch schon versucht, die Mobilfunkanbieter zu einer Zusammenarbeit zu verpflichten. Aber das ist praktisch unmöglich.“

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