«ZÜRCHER UNTERLÄNDER » SCHLAGZEILEN VOM MITTWOCH, 17. JANUAR 2007 Mittwoch,
17. Januar 2007


Buchberg Unternehmer will nach heftigen Bürgerprotesten Vertrag mit Orange annullieren

Streit um UMTS-Antenne

Die Firma Orange erlebt nicht zum ersten Mal, dass gegen ein Antennen-Baugesuch von ihr opponiert wird. Buchberg ist also nur ein weiterer Fall von vielen.

Wenngleich ein etwas anderer. Dagmar Appelt Baugespann für Buchbergs erste Handy-Antenne (links von der Werkstatt). (dt) «Wir dachten, es werde keine Probleme geben, und wir erweisen dem Wettbewerb damit einen Dienst.» Doch Jakob Fehr wurde eines Besseren belehrt.

Im Dezember 2006 hatte sein in der Gewerbezone gelegenes Unternehmen einen Vertrag mit der Mobilfunkanbieterin Orange abgeschlossen. Nur, die Gewerbezone Buchbergs liegt nicht an der Peripherie des Schaffhauser Dorfes, sondern grenzt ans Dorfzentrum. Die Besonderheit der Lage beziehungsweise dass der geplante Antennenstandort in unmittelbarer Nähe zum Wohngebiet liegt, scheint für den starken Bürgerprotest verantwortlich zu sein, der seit Veröffentlichung des Baugesuches ausgebrochen ist. «Es sind überaus heftige und sehr zahlreiche negative Reaktionen eingegangen», sagte Fehr. Im Einzelnen sei gedroht worden, dass man die Gemeinde verlassen werde, sollte eine solche Anlage in Buchberg erstellt werden.

Einsprachefrist bis 21. Januar

Inzwischen sind nun auch auf der Gemeinde einige Einsprachen gegen das Baugesuch eingegangen, wie Gemeindeschreiberin Elisabeth Kahl bestätigte. Die Frist läuft noch bis zum 21. Januar. Unter jenen, die ihr Veto gegen den Antennenbau einlegen, befindet sich auch Robert Kern, der an der Murkatstrasse wohnt. Seit 1972 besitzt Kern in Rafz ein Elektroinstallationsgeschäft. «Wir achten dort sehr darauf, dass wir bei unseren Elektroinstallationen den Elektrosmog möglichst geringhalten», so Kern, der sich schon seit 20 Jahren im Rahmen der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für Biologische Elektrotechnik (SABE) mit den Auswirkungen von Elektrosmog befasst. Der ehemalige Präsident des Gewerbevereins Rafzerfeld findet es «eine Frechheit», dass Orange mitten in Buchberg ohne vorgängige Information der Bevölkerung eine 20 Meter hohe UMTS-Antenne aufstellen will. In einem Flugblatt, das er am Montag in alle Haushalte verteilen liess, fordert Kern die Buchbergerinnen und Buchberger deshalb auf, ebenfalls mit Einsprachen zu reagieren.

Orange wusste von Opposition

Mit einer solch starken Opposition hatte man seitens «Fehrtech» nicht gerechnet. «Darüber hätte Orange uns informieren müssen», ist Firmeninhaber Jakob Fehr überzeugt. Schliesslich seien der Mobilfunkanbieterin aufgrund von vorgängigen Gesprächen die zu erwartenden Proteste bekannt gewesen. «Da wir darüber nicht orientiert worden sind, wollen wir nun vom Vertrag zurücktreten», so Fehr. Man habe zwar Verständnis für die geschilderte Situation, sei jedoch aufgrund der Netzplanung auf den Standort angewiesen und nicht willens, den Vertrag aufzulösen, schreibt Orange im bestimmt nicht letzten Briefwechsel mit dem Buchberger Unternehmen.