Wireless-Firmen rüsten Schweizer Städte mit Breitband-Internet zum Nulltarif auf. Die ersten Projekte laufen bereits: Luzern und Bern.
Cashdaily berichtet in der Ausgabe vom 13.9.2006 über das Aufrüsten von Schweizer Städten mit drahtlosen Breitbandinternetzugängen zum Nulltarif.
Alle 100 Meter soll ein Public WLAN Access Point den Zugang für Notebooks und Handhelds ins Internet gewährleisten. Das soll spätestens ab 2009 generell der Fall sein. So berichten auf WLAN spezialisierte Firmen Monzoon und Tpn (startet im Oktober in Luzern) und The Net (ab 2007 40 Prozent der Stadt Bern). Und Sponsoren stehen bereit. Swisscom allerdings will gemäss Cashdaily nichts davon wissen. Ihr geht diese Entwicklung auf Kosten ihres Fest- und UMTS-Netzes wohl zu weit. Voice over IP (Telefonieren über Internet), das dann von überall her möglich sein wird, wäre zuviel der Konkurrenz, und schliesslich hat man mit dem flächendeckenden UMTS-Ausbau und Highspeed UMTS ab 2007 seine eigenen und kostenpflichtigen Zugänge. - In Luzern hingegen wird gemäss Zeitungsberichten das WLAN-Netz der Stadt gehören, und das Einwählen ins Netz soll über Mobilfunkbetreiber abgewickelt werden, wird also etwas kosten. Man darf auf Reaktionen der Bevölkerung, der Politik sowie Behörden gespannt sein. Viele Schulen, Ausbildungsstätten und öffentliche Gebäude sind bereits mit WLAN ausgestattet. Dieser Ausbau wurde von der breiten Bevölkerung kaum wahrgenommen. Fakt ist, wir werden wohl beides haben:
Ein flächendeckendes UMTS-Netz und ein flächendeckendes Gratis-Public WLAN-Netz in Städten, und das mit Sendern/Empfängern alle 100 Meter, im Standby mit 10 Hz ständig gepulst und stärkeren Sendeleistungen als für den Heimgebrauch. Die Alphawellen unserer Gehirnströme liegen zwischen 8 Hz und 12 Hz. WLAN senden im 2,4 GHz-Bereich. Die Kernresonanzfrequenz von Wasser liegt in diesem Frequenzbereich. Lebewesen bestehen etwa zu 70 % aus Wasser. Umweltepidemiologisches Neuland. Was meinen Hirnforscher (Neurologen) zu dieser Entwicklung? In Experimenten an den Universitäten Wien und Basel wurden unter elektromagnetischer Strahlung (NF und HF) vermehrt DNA-Brüche auch innerhalb der geltenden Grenzwerte festgestellt, also gentoxische Effekte. Davon seien Menschen je nach individueller Situation, Alter, Gesundheitszustand und genetischer Veranlagung unterschiedlich betroffen. Weitere, hoffentlich integere Forschung ist nötig und angesagt. Eine gewaltige Herausforderung an die Industrie, strahlungsreduzierte und biologisch unbedenklichere Technologien in die breite Anwendung zu führen. Oder müssen zwischen ersten Erkenntnissen, medizinischen Hinweisen und konkretem Handeln immer Jahrzehnte klaffen, wie seinerzeit bei Asbest oder Formaldehyd? Versicherer wissen, weshalb sie Risiken durch Elektrosmog ausschliessen. Somit könnten bei Vorliegen von weiteren Indizien über unerwünschte biologische Langzeiteffekte Haftungsansprüche direkt an die Industrie und Betreiber geltend gemacht werden, was in den USA in ersten Fällen bereits geschieht. Bekannt ist überdies, dass Wireless-Netze mit ihrer gepulsten Strahlung, wie sie im Mobilfunk zur Anwendung kommt, generell andere Geräte, auch medizinische, stören können (vielfältige Interferenzen, auch in der Heimelektronik von und zu Nachbarn und durch die vermeintlich eigenen vier Wände hindurch). Fakt ist auch: Die Schweiz ist tatsächlich zu einem flächendeckenden Hotspot mit biologisch bedenklicher (Mehrfach-) Belastung durch Elektrosmog mit gepulster Strahlung geworden. Leider auch in der Bahn und entlang von Bahnstrecken - für Elektrosensible eine Tortur und keine Erholung mehr - und sogar auf schönen Dampfschiffen, die eigentlich auch der Erholung dienen sollten. So hat eine Anfrage an die Zürichsee Schifffahrt-Gesellschaft ergeben, dass ausgerechnet die beiden Raddampfer „Stadt Zürich“ und „Rapperswil“ mit Repeaters (Zusatzantennen) nachgerüstet worden sind, nicht jedoch z.B. die „Linth“. Paradoxer geht es wohl nicht mehr. - Brave new world.
Kommentar der www.buergerwelle-schweiz.org dazu: Seitens der Netzaufbauer wird beruhigend von sehr geringen Strahlungswerten gesprochen. Aber dieses „sehr gering“ orientiert sich an dem (für WLAN nicht geltenden und nur zum Vergleich herangezogenen) Anlagegrenzwert von 6 V/m. Dieser jedoch ist gemäss den Praxiserfahrungen um Grössenordnungen zu hoch. Ein Access Point an einem Beleuchtungskandelaber vor der Hausfassade kann in einem Zimmer zu beträchtlichen Strahlungswerten führen. Messungen in 5 deutschen Städten ergaben Werte von 0.05 bis 3.0 V/m (Ökotest 11/2002), solche an der Uni Bremen 0.02 bis 1.0 V/m. – Es besteht zunehmend die Gefahr einer ganz anderen, neuen „Zweiklassen-Gesellschaft“: Auf der einen Seite die von der Technik faszinierten Menschen, die von der Strahlung (noch) nichts verspüren und durch ihr Verhalten diese Art von Zivilisation fördern, auf der anderen Seite der zunehmende Bevölkerungsanteil derjenigen, die auf sich stetig verstärkende Umweltstressoren (Elektromagnetismus; Chemie in Nahrung und Lebensumgebung; Luftverschmutzung und anderes mehr) immer empfindlicher reagieren, dadurch in ihrer Lebensqualität immer mehr eingeschränkt werden und sich den Einwirkungen unter anderem durch Flucht zu entziehen versuchen müssen, soweit das überhaupt noch möglich ist. |