Krankenkasse Helsana an Ursachen der Kostenexplosion nicht interessiert

Brief einer elektrosensiblen Frau an die Konzernleitung der Krankenkasse Helsana vom 12.3.06

Sehr geehrte Damen und Herren,

Nach mehrmaligen Vorstössen bei Ärzten und speziell bei jenen des Inselspitals, wo ich mich oftmals notfallmässig melden muss, weil ich unter kaum mehr auszuhaltenden Beschwerden leide, wende ich mich heute an Sie. Denn ich bin der Ansicht, dass ich ein Anrecht darauf habe, dass meine Situation ernst genommen wird und ich nicht länger vertröstet oder gar abgewimmelt werden darf.

Ich lebe sehr gesundheitsbewusst, rauche nicht, trinke keinen Alkohol, ernähre mich sehr vernünftig und halte mich durch Wanderungen fit. Alles, was ich selbst zu meiner Gesunderhaltung beitragen kann, trage ich bei.

Dies ging solange gut, bis ich durch den immer stärker werdenden Antennensmog, der durch das immer dichter werdende Netz und die immer mehr ausufernden anderen Strahlenquellen, wie DECT-Telefone und drahtlose Computernetze in meiner unmittelbaren Nachbarschaft, so beeinträchtigt bin, dass mein Leben zur Qual wird, ohne dass ich eine Möglichkeit sehe, dem auszuweichen. Im Gegenteil: es werden ständig neue Antennen aufgeschaltet, ständig neue Techniken eingeführt, ohne Rücksicht darauf, wie es den daran unbeteiligten Menschen geht. Ich bin ja längst nicht mehr allein mit mit meiner prekären Gesundheitssituation.

Ich werde Nacht für Nacht mehrmals aus dem Schlaf gerissen. Neben den massiven Schlafstörungen plagen mich unerträgliche Kopfschmerzen, das Gesicht wird rot und heiss, an verschiedenen Stellen wird die Haut dünn und fängt an zu bluten. Die Finger werden erst weiss, dann dunkelviolett, Adern platzen, auch im Auge, ich leide unter Knochenschmerzen und wunden Brüsten. Manchmal quälen mich extrem starke Zahnschmerzen, ohne ersichtlichen Befund bei der Kontrolle durch den Zahnarzt. Mein Mund ist innen oft wund und verschwollen. Die Situation ist häufig so bedrohlich, dass ich die Notfallstation des Inselspitals aufsuchen muss, wo ich ich bereits eine Reihe von sicher kostenintensiven Untersuchungen wie Mammographie, Punktionen, Röntgen etc. über mich ergehen lassen musste. Die Ärzte sind ratlos, finden keine direkten Ursachen und es werden mir deshalb manchmal direkt, manchmal unterschwellig, psychische Leiden unterstellt.

Völlig unannehmbar und unerträglich ist gerade diese Art und Weise, wie man als Kranker, unverschuldet unter diesen massiven Beschwerden leidend, in die psychische Ecke gestellt wird, als ob das Leiden an sich nicht schon unerträglich genug wäre: Ich protestiere gegen diese Demütigungen, denen ich schon vielfach ausgesetzt war.

Die immer höheren Arztrechnungen werden für mich fast unbezahlbar. Darauf vermerkt ist lediglich: „Krankheit“, jedoch nicht, woher diese stammt. Dies ist ein gänzlich unhaltbarer Zustand, denn ich weiss nicht mehr, wie ich meine finanzielle Situation meistern soll. So muss ich mich fragen: Wo bleibt die Hilfe, auf die ich Anspruch hätte?

Als Betroffene, die ausserdem von vielen anderen Betroffenen mit ähnlichen Beschwerden und ähnlichen ärztlichen Beurteilungen weiss, lasse ich mir nicht weismachen, dass die Krankenkassen nicht in der Lage wären, anhand von Statistiken, die immer gleichen oder ähnlichen Beschwerden einzuordnen und nach deren Ursachen zu fahnden. Es kann doch nicht die Lösung sein, jedes Jahre die Prämien massiv zu erhöhen, ja ins Astronomische steigen zu lassen, bis sie für einen Normalbürger nicht mehr bezahlbar sind und die Selbstbehalte einen kranken Menschen in den finanziellen Ruin treiben.

Ich betrachte es ausserdem als Verhöhnung des Volkes, wenn von ihm ständig Eigenverant-wortung verlangt wird (die ich wahrnehme), aber ihm gleichzeitig zu erklären, die Grenz- und Vorsorgewerte der NIS-Verordnung würden vor gesundheitlichem Schaden schützen. Das genau tun sie nach aller Erfahrung nicht!!

Ich erwarte deshalb von den Verantwortlichen meiner Krankenkasse, endlich den Ursachen nachzugehen und nicht länger zu dulden, dass Leiden, verursacht durch die elektromagnetische Verstrahlung der Bevölkerung, von den Ärzten nicht als deren Folge anerkannt werden. Weiterhin, dass ernsthafte Schritte unternommen werden, diesen völlig unhaltbaren Zustand zu beenden, vor allem mir aber mitzuteilen, wie ich meine prekäre finanzielle Situation, in die ich schuldlos geraten bin, beenden kann.

Betrachten Sie bitte diesen, meinen Brief als Hilferuf, den ich ganz sicher auch im Interesse vieler anderer Betroffener, an Sie richte.

Mit freundlichen Grüssen KH.

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Nachdoppeln von Gigaherz bei der Konzernleitung von Helsana am 21.3.06

Sehr geehrte Damen und Herren

Vor kurzem haben Sie ein Schreiben von Frau K. H. erhalten, in dem sie Ihnen ihre persönliche Situation schildert. Sie besitzt keinen PC und keine Schreibmaschine, weshalb unser Sekretariat es übernommen hat, Ihre Aufzeichungen ins Reine zu schreiben.

Frau H. ist bei uns Mitglied, wir kennen sie sehr gut, leider auch ihr Schicksal und in ihrer Ausweglosigkeit hat sie sich an uns um Hilfe gewandt.

Wir legen Ihnen heute eine von der Diagnose-Funk erstellte Liste bei, von einer befreundeten Organisation, die ihren Schwerpunkt auf die Auflistung und Bewertung der schon vorhandenen Studien im Zusammenhang mit elektromagnetischer Strahlung und den negativen Folgen für die Gesundheit legt und als sehr zuverlässig angesehen werden darf.

Abgesehen von den immer zahlreicher werdenden Beschwerden, unter denen Menschen leiden, die völlig unfreiwillig der Strahlung der nunmehr Flächen deckenden Versorgung mit Mobilfunkantennen ausgesetzt sind, entwickeln sich die Gesundheitskosten zunehmend in eine bedenkliche Richtung, zumal diese Kosten geradezu explodieren und die Krankenkassenprämien in schwindelnde, für den Normalbürger fast nicht mehr bezahlbare Höhen steigen.

Am Ende der Liste sind drei wichtige Artikel aus dem Umweltschutzgesetz aufgeführt, die wir durch die drei folgenden Artikel aus der Schweizer Bundesverfassung ergänzen:

Art. 10.1 Jeder Mensch hat das Recht auf Leben
Art. 10.2 Jeder Mensch hat das Recht auf die Unversehrheit des Leibes und des Geistes
Art. 10.3 Verbot von Folter.

Wie uns viele Mitglieder immer öfter mitteilen, sind diese Artikel nicht eingehalten, sondern es trifft je länger desto öfter leider jener Art. 10.3 zu, so auch im Fall von Frau H.

Die Krankenkassen müssten sich bemühen, anhand von Statistiken herauszufinden, welche Leiden am meisten in den Arztpraxen behandelt werden müssen und die nötigen Schlüsse ziehen. Man kann nicht einerseits von den Versicherten Eigenverantwortlichkeit und Prävention verlangen und sie anderseits diesen unhaltbaren Zuständen schutzlos ausliefern und sie zudem mit stets höheren Kosten und Prämien belasten.

Mit freundlichen Grüssen, Gigaherz.ch

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Brief vom Vorsitzenden der Konzernleitung Helsana, Manfred Manser an Frau K. H. vom 20. April 2006

„Strahlenschutz“

Sehr geehrte Frau H.

Ich komme zurück auf Ihr Schreiben vom 12.3.2006. Inzwischen haben wir auch noch - anscheinend in Ihrem Auftrag - ein ergänzendes Schreiben mit Datum vom 21.3.2006 des Sekretariats „Gigaherz.ch“ erhalten.

Helsana verfolgt sehr intensiv die Diskussion darüber, ob und wie stark allenfalls die Strahlen von Mobilfunantennen und Handys unsere Gesundheit beeinflussen. Wir nehmen das Problem sehr ernst. Es ist uns bewusst, dass sich viele Menschen über Elektrosmog Sorgen machen. Zum Schutz der Bevölkerung vor Elektrosmog hat der Bundesrat ja bereits eine Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung erlassen.

Wir müssen aber auch feststellen, dass sich die Wissenschaft noch nicht einig ist,wie sich Strahlen von Mobilfunkantennen und Handys auf die Gesundheit auswirken. Die Datenlage darüber ist noch unbefriedigend. Aktuelle Studiendaten weisen darauf hin, dass gewisse Strahlungen das Wohlbefinden de Menschen möglicherweise beeinflussen können und insbesondere empfindliche Menschen elektromagnetische Felder vermeiden sollten. So lange keine gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnisse vorliegen, sind es immer Interessenabwägungen, ob und welche Schutzmassnahmen zu verfügen sind.

Leider können wir Ihnen bei dieser Ausgangslage nicht weiterhelfen. Wir empfehlen Ihnen jedoch, sich mit Ihrem Anliegen an das Bundesamt für Gesundheit, Abteilung Strahlenschutz, 3003 Bern zu wenden.

Ich bedaure, Ihnen keinen besseren Bescheid geben zu können.

Mit freundlichen Grüssen

Manfred Manser, Vorsitzender der Konzernleitung

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Antwort von Gigaherz an den Vorsitzenden der Konzernleitung Helsana vom 26.4.06

Sehr geehrter Herr Manser,

Wir beziehen uns auf das Schreiben von Frau K. H. vom 13.3.06 an Sie und auf ein weiteres durch unser Sekretariat vom 21.3.06, in welchem wir Frau H. behilflich waren, Ihre Probleme darzulegen.

Ihre Antwort vom 20. April 06, auf die sich unser heutiges Schreiben bezieht, hat uns Frau H. zugestellt.

Unser Kommentar: Wir finden es mehr als merkwürdig, dass sich eine der grössten Krankenkassen der Schweiz hinter der Ausflucht verschanzt, es gebe noch keine wissenschaftlich gesicherten Daten, die die immer zahlreicher werdenden Gesundheitsprobleme auf die elektromagnetische Strahlung des Mobilfunks zurückführen. Dies, obwohl wir Ihnen eine sorgfältig zusammengestellte, dreiseitige Auflistung von Studien beigelegt haben, die diese Beweise sehr wohl liefern. Abgesehen davon, müsste eine Krankenkasse sogar schon beim blossen Verdacht reagieren und insbesondere die berechtigten Interessen der Schwächsten schützen.

Im weiteren schieben Sie nach bewährter Manier den schwarzen Peter an das Bundesamt für Gesundheit weiter und berufen sich auf die vom Bund herausgegebene NIS-Verordnung zum Schutz vor nichtionsierender Strahlung mit ihren immer noch um Faktor 100 zu hoch angesetzten Grenzwerten.

Wir fragen uns mit einem gewissen Recht, ob die Verantwortlichen, zu denen wir auch die Konzernleitung von Helsana zählen, eigentlich keine einschlägige Literatur lesen bzw. ob diese keine Delegierten an wissenschaftliche Kongresse entsenden, wie das z.B. bei unserer Schutzorganisation Gigaherz.ch völlig normal ist. Gigaherz informiert sich, Helsana tut das offensichtlich nicht.

Wir sind in Kenntnis, dass gerade vom Bundesamt für Gesundheit, das mit Steuergeldern finanziert wird, Betroffene stets mit den gleichen fadenscheinigen Argumenten und wider besseres Wissen mit der angeblich noch nicht wissenschaftlich bewiesenen Schädlichkeit von Mobilfunkstrahlung abgewimmelt werden. Wenn dies nun auch die Krankenkassen tun, obwohl in deren Statistiken sehr wohl die Zunahme ganz bestimmter Leiden (und seit welcher Zeit) aufscheinen sollte, so muss sich die Konzernleitung gefallen lassen, dass hier ganz offensichtlich eine Interessenverflechtung von Krankenkassen und Industrie vermutet wird, eine Interessenverflechtung, deren Folgen leider die Versicherten zu tragen haben. Sie selbst sprechen ja von Interessenabwägungen. Kann es sein, dass Helsana, wohlgemerkt eine der grössten Krankenkassen des Landes, auf deren Gebäude Antennen aller drei Anbieter installiert sind, ihre Interessen ebenfalls „abwägen“ muss?

Sätze, wie „Wir nehmen Ihre Sorgen Ernst“ und „Wir bedauern, Ihnen keinen besseren Bescheid geben zu können“ sind u.E. reine Lippenbekenntnisse und bekannte Worthülsen, die Betroffenen überhaupt nicht weiterhelfen. Auch der Rat, dass elektrosensible Menschen elektromagnetische Felder meiden sollten, geht in die gleiche Richtung. Sie müssen diesen Menschen jetzt nur noch sagen, wie sie dies bei der nunmehr Flächen deckenden Versorgung mit Antennen bewerkstelligen sollen.

Wir versichern Ihnen, dass wir dieses Problem nicht nur aufgreifen, sondern in die Öffentlichkeit tragen werden. Aus diesem Grund erlauben wir uns auch, den Briefwechsel zwischen Ihnen, Frau H. und Gigaherz auf unserer Internetseite www.gigaherz.ch mit einer täglichen durchschnittlichen Zugriffszahl von ca. 3500 zu veröffentlichen.

Mit freundlichen Grüssen, Gigaherz.ch