Es überwiegt die Einsicht Handyverbot
Die seit wenigen Wochen greifende strikte Regelung wird von den Schülern im Landkreis offenbar nur selten umgangen. Einige Schulen kamen sogar dem Gesetz zuvor.
von Ramona Popp, FT Lkrs. Lichtenfels -
Im Direktoratstresor des Gymnasiums Burgkunstadt liegen derzeit drei Handys unter Verschluss, in der Herzog-Otto-Schule in Lichtenfels sind es zwei, zusätzlich ein Organizer und ein MP3-Player. Sie wurden Schülern abgenommen, die damit gegen das Handyverbot an bayerischen Schulen verstoßen haben. Wenn die Eltern die Geräte ihrer Kinder abholen, ist die Sache erledigt; der Handy-Entzug für einige Zeit ist die einzige „Strafe“. Die gesetzliche Regelung ist erst wenige Wochen alt, doch ihre Umsetzung im Schulalltag scheint unspektakulär vonstatten gegangen zu sein.
Die geschilderten Konsequenzen trafen bislang nur wenige Jugendliche. „Mir sind keine Probleme zu Ohren gekommen“, berichtet Schulleiter Heinz Pfuhlmann vom Meranier-Gymnasium. Im aktuellen Elternbrief wird das Verbot noch einmal angesprochen. An Grundschule noch kein Thema An der Grundschule ist das Handyverbot offenbar noch kein Thema, wie Schulleiter Reinhard Gick-Prandell (Kronacher Straße) festgestellt hat. Wenn es darum geht, dass ein Kind einmal abgeholt werden muss, weil es etwa den Bus verpasst hat, dürfe es selbstverständlich von der Schule aus zu Hause anrufen. Auch der Hausmeister helfe da gerne weiter, denn manche der Kleinen wissen die Telefonnummer nicht. An Haupt- und Realschulen sowie den Gymnasien sind den Schülern solche Anrufe zwar ebenfalls unkompliziert möglich – und selbst das eigene Mobiltelefon darf bei entsprechender Erlaubnis durch einen Lehrer in diesen Fällen ausnahmsweise eingeschaltet werden – doch um notwendige Benachrichtigungen geht es bei der Handynutzung auf dem Schulgelände ja in den seltensten Fällen.
Schulleiter Rudolf Kodalle von der Realschule Burgkunstadt hat die Pausenhof-Szenen mit unablässig SMS schreibenden oder unter MP3-Player-Beschallung stehenden Schülern noch in lebhafter Erinnerung.
In Burgkunstadt kam man – ebenso wie an der Realschule Bad Staffelstein – dem durch das Kultusministerium verhängten Verbot dieser Geräte zuvor. Bereits im zweiten Halbjahr des vergangenen Schuljahres galt dort „Handy aus, Ohrenstöpsel raus.“
Die Gründe legte man in einem Elternbrief dar.
Die Möglichkeit, Gewaltvideos oder pornografische Darstellungen auf einem Handy zu zeigen – was zu dem landesweiten Verbot auf Schulgelände geführt hatte – war nur ein Aspekt.
Vielmehr sahen die Pädagogen auch eine Beeinträchtigung des Lernerfolges durch Reizüberflutung und führten mögliche Gefahren der Mobilfunk-Strahlung für die Gesundheit an. Verbunden mit der Kenntnisnahme durch die Eltern war die Frage, ob diese Entscheidung mitgetragen werde, wobei es durchwegs positive Rückmeldungen gegeben habe.
„Kein leeres Versprechen“
Werner Fischer, Direktor am Gymnasium Burgkunstadt, holte sich Zustimmung zu dem, wie er meint, sinnvollen Verbot, direkt bei den Schülern. Als zum Schuljahresanfang alle 850 in der Turnhalle versammelt waren („fast jeder hat ein Handy“), sprach er die Neuerung an und erklärte die Hintergründe. Hierbei stellte er die Bedeutung des Gesprächs miteinander in den Vordergrund und erklärte, dass die Beschallung durch rhythmische Musik in den Pausen sicherlich nicht zur Erholung und Förderung der Konzentrationsfähigkeit beitrage.
A
uf seine Bitte, diese Entscheidung mitzutragen, erhielt er Unterstützung versprechenden Applaus. Die bisherigen Erfahrungen zeigten, so Fischer, „dass dies kein leeres Versprechen war“.
|