«GLATTALER» AUSGABE VOM FREITAG, 22. DEZEMBER 2006 Freitag, 22. Dezember 2006

Mobilfunk Stadtrat verweigert fünf Baubewilligungen für Handy-Antennen - Sunrise kündigt Rekurse an

Im Juli hat der Stadtrat beschlossen, einstweilen keine Baubewilligungen für Mobilfunkantennen mehr zu erteilen. Nun wird dieser Entscheid erstmals vollzogen - und dies gleich in fünf Fällen.
Daniela Schenker

Die im Hintergrund links ausgesteckte Antenne an der Churfirstenstrasse wird nicht bewilligt. Solange keine gesicherten Studien über die Langzeitfolgen von Mobilfunkstrahlung vorliegen, will der Stadtrat keine neuen Antennenprojekte bewilligen. Diesen Grundsatzentscheid haben die Politiker bereits im Juli gefällt. Dies als Reaktion auf zwei Petitionen. Darin haben rund 1700 Personen einen Marschhalt in Sachen Mobilfunktantennen gefordert. Konkret betraf das Anliegen zwei Projekte, ein Baugesuch für eine neue UMTS-Antenne an der Churfirstenstrasse und den Ausbau und die Leistungssteigerung einer Antenne an der Tenmoosstrasse in Gockhausen.

Entscheid umgesetzt

Jetzt hat der Stadtrat den politischen Entscheid erstmals in der Praxis vollzogen und dabei gleich fünf Baubewilligungen für Mobilfunkantennen verweigert. In zwei Fällen würden sich die Antennen zu wenig ins Ortsbild einfügen, heisst es in der Mitteilung des Stadtrates. «Zudem wird in einem Fall der erforderliche Strassenabstand nicht eingehalten», erklärt Stadtschreiber Rolf Butz.

Studie abwarten

Gleich bei allen fünf Baugesuchen wird als Grund für die Verweigerung angegeben, dass die Auswirkungen der von GMS- und besonders auch von UMTS-Antennen ausgehenden Strahlung noch nicht geklärt sind. Insbesondere Aussagen über die Folgen langfristiger Exposition würden fehlen, so der Stadtrat. Bereits bei seinem ersten grundsätzlichen Entscheid zur Bewilligungspraxis für Mobilfunkantennen im Juli hat der Stadtrat festgehalten, dass er - bevor weitere Antennen bewilligt werden - die Resultate einer neuen Nationalfonds-Studie abwarten möchte. Diese soll insbesondere die Langzeitwirkungen einer Strahlenexposition erforschen. Betroffen von der nun erfolgten Baubewilligungsverweigerung sind Projekte der Unternehmen Sunrise, Orange und Swisscom. Freude und Skepsis Gottfried Peter gehört dem Petitionskomitee gegen den Bau der Antenne an der Churfirstenstrasse an. 1300 Unterschriften wurden gegen dieses Projekt der Firma Sunrise innert kürzester Zeit gesammelt. «Ich freue mich über den Entscheid des Stadtrates, aber ich bin auch skeptisch», erklärt er. Die Mobilfunkfirmen hätten all das, was ihnen als Bürger und Petitionäre fehle. «Sie verfügen über Geld, Juristen und Sachverständnis.» Es sei unwahrscheinlich, dass die Firma Sunrise in dieser Sache klein beigebe, so Peter.

Rekurs wird kommen

Eine Vermutung, die Manfred Speckert von der Firma Sunrise bestätigt: «Wir werden auf jeden Fall gegen den Entscheid aus Dübendorf rekurrieren», erklärt er. «Würde man der Argumentation des Stadtrats folgen, müssten sämtliche Antennen in der Schweiz verboten werden», so Speckert. Etwas gelassener sieht man das Ganze bei der Firma Swisscom. Deren Mediensprecher Sepp Frey hat bereits im Juli erklärt, dass man in jedem Fall mit den Behörden das Gespräch suchen werde, bevor man gegen die Verweigerung der Baubewilligung rekurrieren wolle.