Auszug
Machen
Handys und ihre Sender krank?
Wieweit werden unsere Bienen
dadurch geschädigt?
Vortrag,
Donnerstag 8.1.2004, um 19 Uhr Landesverband für
Bienenzucht in Wien, Ortsgruppe VII
von Univ.-Doz. Dr. Ferdinand Ruzicka Medizinischer Physiker
Schäden an Bienenvölkern
Seit vielen Jahren betreibe ich zuerst in Wien und dann in
Engelhartstetten Imkerei. Für Imker habe ich zahlreiche
Kurse über Bienenpathologie abgehalten. Seit einigen
Jahren habe ich selbst Probleme mit meinen Bienenvölkern,
die ich nicht auf eine Krankheit oder eine Vergiftung durch
Spritzmittel zurückführen konnte.
Die Probleme sind aufgetaucht seit in unmittelbarer Umgebung
meines Bienenstandes mehrere Sendemasten errichtet wurden.
Dazu wurde ich vor deren Aufstellung als Anrainer nicht befragt.
Bei meinen Bienenvölkern (anfangs ca. 40 Stück)
waren eine starke Unruhe und ein stark erhöhter Schwarmtrieb zu beobachten.
Als Magazinimker benutze ich einen sogenannten hohen Boden,
die Bienen haben in diesem Raum Waben nicht in Fortsetzung
der vorgegeben Rähmchen, sondern kreuz und quer dazu
weitergebaut.
Es kam zu unerklärlichen Zusammenbrüchen von Bienenvölkern
im Sommer.
Im
Winter konnte ich beobachten, dass die Bienen trotz Schnee
und
Minusgraden ausflogen und neben der Beute erfroren. Völker
die dieses Verhalten zeigten sind zusammengebrochen, obwohl
sie vor der Einwinterung starke, gesunde, weiselrichtige
Völker waren.
Interessant waren die Reaktionen meines Artikels in der „Bienenwelt“ und
meiner Umfrage im „Bienenvater“ . Die Frage nach
einem Mobilfunksender wurde von 100% positiv beantwortet.
Die Frage nach einer erhöhten Aggressivität wurde
von 37,5% positiv beantwortet. Die Frage nach der erhöhten
Schwarmneigung wurde von 25% positiv beantwortet und die
letzte Frage aber nach unerklärlichen Völkerzusammenbrüchen
wurde von 62,5% positiv beantwortet.
„Seit 37 Jahren habe ich Bienen. Vor 5 Jahren (1998)
hat mein Nachbar wegen seiner Schulden einen Sendemast errichten
lassen. Unser Schlafzimmer ist 50m entfernt. Im Mai 2002
starb meine Frau plötzlich an Herzrhythmusstörungen.
Im selben Jahr versuchte ich vergeblich Ableger zu machen.
2003 habe ich alle Völker verloren.“ K.Z. aus
Linz,Oktober 2003
In
wissenschaftlich durchgeführten Tierversuchen von
Warnke u.a. wurde der Beweis erbracht, dass niederfrequente
elektromagnetische Wellen von 50Hz völlig anomale Reaktionen
bei Bienen verursachen. Bringt man Bienenvölker in die
Nähe von Hochspannungsleitungen, reagieren die Bienen
klar gegen ihren sonstigen Instinkt. Sie werden scheinbar
grundlos aggressiv und richten ihre Stacheln gegeneinander.
Die letzten Überlebenden fallen sogar über ihre
eigene Königin her und töten sie.
Leider
kann zum jetzigen Zeitpunkt nach der flächendeckenden
Einführung des Mobilfunks mit gepulsten Mikrowellen
eine wissenschaftliche Doppel-Blind-Studie nicht mehr durchgeführt
werden, es fehlt schlicht die Kontrolle. Die natürliche
HF-Strahlung weist eine Leistungsflussdichte von nur 0,000
001µW/m² auf und dieser Wert wird überall
im Flugbereich der Honigbienen weit überschritten und
ist in der Nähe von Sendeanlagen noch um mehrere Zehnerpotenzen
höher. Es ist zu hoffen, dass sich die Bienen bald genetisch
an die neue Situation anpassen, denn ein Zusammenhang von
Völkerverlusten und der Mobilfunktechnik ist sehr wahrscheinlich.
Einen
Einfluss könnten unter anderen die im Hinterleib
der Honigbiene vorhandenen Magnetosomen haben. Diese gibt
es in Bakterien und dienen diesen zur Orientierung im Erdmagnetfeld.
Auch bei Fischen, Vögeln und im menschlichen Gehirn
wurden derartige Magnetitkristalle nachgewiesen.
Die
Sinnesorgane der Honigbienen sind hochentwickelt. Die Honigbienen
vermögen es Farben zu sehen. Im Gegensatz
zum Menschen hat sich das Spektrum bei ihnen allerdings in
Richtung Ultraviolett verschoben. Das bedeutet, sie sehen
rot wie schwarz, sind aber in der Lage Ultraviolettlicht
zu sehen. Ebenfalls sehr hoch entwickelt ist bei der Honigbiene
der Geruchssinn. Darüber hinaus hat sie ein sehr gutes
Ortsgedächtnis und die Fähigkeit ihren Stockgenossinnen
mit Hilfe der Bienensprache die Lage, Entfernung und Art
einer ergiebigen Futterquelle mitzuteilen. Wenn sich die
Nahrungsquelle innerhalb eines Umkreises von 80-100m befindet,
wird von der Biene ein Rundtanz getanzt. Bei einer weiteren
Entfernung der Futterquelle geben die Bienen mithilfe eines
Schwänzeltanzes Auskunft. Beim Schwänzeltanz tanzt
die heimkehrende Trachtbiene zunächst eine gerade Strecke,
dann tanzt sie nach links. Danach folgt wieder eine gerade
Strecke und dann tanzt die Trachtbiene nach rechts. Die Entfernung
der Futterquelle wird durch die Anzahl der Ausschläge
mit dem Hinterleib auf der geraden Strecke angegeben. Dies
nennt man Schwänzeln.
Die
Duftstoffe, die der Trachtbiene anhaften geben den anderen
Bienen Auskunft über die zu beschaffende Nahrung und
die anzufliegende Pflanzenart. Die neuesten Untersuchungen
an Bienen zeigen, dass diese wahrscheinlich hinten im Hinterleib
eine magnetisch beeinflussbare „Region“ besitzen,
die Magnetit enthält, sogenannte Magnetosomen. Auf diese
Weise können die ausgeflogenen Trachtbienen unter Einfluss
des Erdmagnetfeldes nach dem Sonnenstand den Winkel zu den
Trachtquellen ermitteln und den Winkel auf die senkrechte
Wabenfläche übertragen. Bei Magnetit handelt es
sich um ein schwarzes, metallisch glänzendes, undurchsichtiges
Mineral mit der Formel Fe3O4. Die Kristalle werden von Magneten
angezogen.
Mikrowellen
von Basisstationen lösen physikalisch-chemische
Wechselwirkungen an der Zellmembran- und Rezeptoren aus.
Es kommt zu Änderungen der Genexpression (Translation,Transkription)
die eine Kette von Ereignissen auslösen, wie Änderungen
der Enzymaktivität, des Zellmetabolismus, und der Zellsekretion.Dazu
kommt, dass kleine Lebewesen wesentlich stärker betroffen
sind als etwa Menschen.
Den vollständigen Vortrag finden Sie hier
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