Protest gegen ungeliebte Nachbarn
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Ennepetal. ) Der achtjährige Lennart litt unter Schlafstörungen, Vater Uwe hat einen Gehirntumor und Mutter Barbara ist in großer Sorge, dass auch die 19 Monate alte Tochter gesundheitliche Schäden davon tragen wird.

Familie Orth wohnt in Milspe in der Heinrichstraße. Eine Gegend, in der viele Familien wohnen, wo es zwei Kindergärten und eine Schule gibt. Vom Wohn- und Kinderzimmerfenster können die Orths die Gründe für ihre Sorgen sehen: zwei Funkmasten. Auf dem Altenheim St. Elisabeth, Kirchstraße 76a, stehen zwei Mobilfunkantennen. Die Familie ist sicher, dass diese Antennen die Gesundheit der in der Nähe lebenden Menschen gefährden können.

Das Ausmaß der Auswirkungen dieser widernatürlichen, technischen Strahlung ist nur schwer abzuschätzen, jedoch ist die enorme Strahlenbelastung beispielsweise durch Handys bekannt. "Wir haben in unserem Haus den Elektrosmog nachmessen lassen. Die Werte waren eindeutig zu hoch", berichtet Uwe Orth. "Es gibt offizielle Grenzwerte und Grenzwerte, die von der Bürgerwelle, dem Verband zum Schutz vor Elektrosmog, empfohlen werden. Davon ausgehend, sollte der Wert nicht über zehn Mikrowatt liegen. In unserer Wohnung wurden über 300 Mikrowatt gemessen."

Elektrosmog In den eigenen vier Wänden hat das Ehepaar Orth begonnen, dem Elektrosmog entgegen zu wirken. Zudem haben sich die Orths der Bürgerinitiative "Mobilfunk Ennepe-Ruhr-Kreis" angeschlossen und seit November vergangenen Jahres Unterschriften in der Nachbarschaft und der betroffenen Umgebung gesammelt. Mit über 400 Unterschriften fordert die Bürgerinitiative den schnellst möglichen Abbau der Antennen.

Schon einmal hatten sie 2006 knapp 200 Unterschriften dem Mobilfunkbetreiber zukommen lassen. Doch es wurde abgeblockt. Es seien zu wenige Unterschriften. Dieses Mal sind es mehr als doppelt so viele. "Wir haben unser Anliegen und das Resultat unserer Unterschriftenaktion auch den Fraktionen zukommen lassen. Wir sind auf die Reaktionen gespannt", sagt Uwe Orth. Er selbst lebte vor seinem Umzug im März 2005 in Brühl, unweit von einem solchen Mast. "Ich schließe nicht aus, dass meine Erkrankung damit zusammenhängt."

Barbara Orth hatte mit dem achtjährigen Lennart schon vorher in der Nähe der beiden Masten gewohnt. "Man sagt, dass Schlafstörungen nach vier bis sechs Jahren auftreten können.

Schlafstörungen Der Zeitraum würde passen. Unser Sohn hatte erhebliche Probleme einzuschlafen", erinnert sich die besorgte Mutter. Erst nachdem die Familie spezielle Gardinen mit Abschirmgewebe an den Fenstern angebracht hatte und eine spezielle Tapete, die vor der Strahlenbelastung schützt, schläft Lennart wieder gut ein.

"Wir sind nicht grundsätzlich gegen Handytechnik, doch die Strahlenbelastung ist in Deutschland deutlich höher als in anderen Ländern", weiß Uwe Orth. Die beiden Masten, die seit 2001 in dem Wohngebiet stehen, machen den Menschen dort Sorgen. Kaum einer habe die Unterschrift verweigert. Im Gegenteil: Die Nachbarn seien froh gewesen, dass Uwe und Barbara Orth sie informiert haben.