Alarmierende
Analyse über
Akustikusneurinome
(von Eileen O'Connor, publiziert am 24.1.06)
Washington,
D.C.: In seiner Februar-Ausgabe 2006 veröffentlicht
das Internationale Journal für Onkologie eine neue Analyse
von Dr. Lennart Hardell und Kollegen, die eine statistisch
bedeutsame Zunahme des Risikos aufzeigt, infolge von Mobiltelefonnutzung
an gutartigen Gehirntumoren zu erkranken (besonders Akustikusneurinome).
Die Analyse basiert auf der zusammenfassenden Auswertung
zweier Fall-Kontrollstudien, die zwischen 1997 und 2003 in
Schweden diagnostizierte gutartige Gehirntumore in Zusammenhang
mit dem Gebrauch von Mobil- und Schnurlostelefonen bringen.
Die
neue Analyse ist besonders wichtig, weil Akustikusneurinome
als "Signaltumore" für andere Typen bösartiger
und gutartiger Gehirnerkrankungen gelten. Diese Tumore treten
auf in Gebieten, die während des Telefonierens die höchste
Funkfrequenzbestrahlung aufweisen. Von größter
Bedeutung ist die Erkenntnis, dass vor allem Personen, die
vor dem 21. Lebensjahr der Strahlung ausgesetzt waren, das
größte Risiko tragen, an solchen Tumoren zu erkranken.
Somit ist das die erste veröffentlichte Studie, die
direkt darauf hinweist, dass Teenager, die Mobilfunktelefone
verwenden, ein höheres Risiko tragen, einen Tumor zu
bekommen.
Weitere
wichtige Punkte in dieser Analyse sind: Die Analyse umfasst
die bisher umfangreichste Untersuchung gutartiger
Tumore und sie schließt auch Tumore ein, die bereits
im Jahre 2003 diagnostiziert wurden.
Die
Analyse zeigt auch eine dosisabhängige Wirkung
(Dosis-Wirkung-Beziehung), wobei eine größere
Anzahl von am Telefon verbrachten Stunden zu einem immer
größeren Tumorerkrankungs-Risiko führt. Das
ist besonders bedeutsam, weil die Ungenauigkeit in der Messung
der tatsächlichen Strahlenbelastung eine Verschleierung
der Risiken nach sich zieht. Somit ist die Zunahme des Risikos,
welches in der Analyse angegeben ist, wahrscheinlich als
zu gering angegeben. Es ist anzunehmen, dass das tatsächliche
(wirkliche/reale) Risiko höher sein wird.
Ein
wesentlich größeres Risiko, an einem Tumor
zu erkranken hat man, wenn ein Mobiltelefon länger als
15 Jahre genutzt worden ist. Dabei handelt es sich um ein
Ergebnis, das auch in anderen Studien auftaucht, die zeigen,
dass sich das Risiko nach 6- bzw. 10-jähriger Nutzung
dramatisch erhöht.
Pooled analysis of two case-control studies on the use of
cellular and cordless telephones and the risk of benign
brain tumours diagnosed during 1997-2003.
Hardell L, Carlberg M, Hansson Mild K.
Department of Oncology, University Hospital, SE-701 85 Orebro,
Sweden. lennart.hardell@orebroll.se
The
use of cellular and cordless telephones and the risk of
brain
tumours is of concern since the brain is a high
exposure area. We present the results of a pooled analysis
of two case-control studies on benign brain tumours diagnosed
during 1997-2003 including answers from 1,254 (88%) cases
and 2,162 (89%) controls aged 20-80 years. For acoustic neuroma,
the use of analogue cellular phones gave an odds ratio (OR)
of 2.9 and a 95% confidence interval (CI) of 2.0-4.3; for
digital cellular phones, OR=1.5; 95% CI=1.1-2.1; and for
cordless telephones, OR=1.5, 95% CI=1.04-2.0. The highest
OR was found for analogue phones with a latency period of >15
years; OR=3.8, 95% CI=1.4-10. Regarding meningioma, the results
were as follows: for analogue phones, OR=1.3, 95% CI=0.99-1.7;
for digital phones, OR=1.1, 95% CI=0.9-1.3; and for cordless
phones, OR=1.1, 95% CI=0.9-1.4. In the multivariate analysis,
a significantly increased risk of acoustic neuroma was found
with the use of analogue phones.
Int J Oncol. 2006 Feb;28(2):509-18.
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