zurück Dossier Frau Dr. Kuonen

Sehr geehrte Frau Dr. Kuonen

Mit Ihrem Artikel in der Gletscherpost nehmen Sie kritisch Stellung zu der von uns lancierten Umfrage betreffend Elektrosmog im Saastal. Ihrer Meinung nach sind die gemeldeten Befindlichkeitsstörungen eher auf unsere Angstmacherei zurück zu führen und nicht auf die Auswirkungen möglicher Umwelteinflüsse.

Vielleicht wäre es für Sie interessant gewesen, den Vortrag der IG gegen Elektrosmog im Saastal vom 16.12.05 in Saas Grund zu besuchen. Herr Jakob, als Präsident der schweizerischen Vereinigung elektrosensibler Menschen hielt ein sehr sachliches und informatives Referat. Auch war er bereit die Fragen der Anwesenden zu beantworten. Da Sie in Ihrem Artikel vor allem die Argumente der Mobilfunkindustrie ins Feld führen, möchte ich Ihnen empfehlen im Internet auch die Argumente der "Verängstigten" und Betroffenen nachzulesen. Es wehren sich mittlerweile nicht nur im Saastal, sondern weltweit Millionen von Menschen gegen den wilden Auswuchs dieser Technik.

Dass die Kantone Wallis und Bern und die Stadt Bern einen vorläufigen Baustopp neuer Mobilfunkantennen auf Ihrem Hoheitsgebiet beschlossen haben, zeigt, dass nun auch die Politik sensibilisiert ist.

Zu den Besorgten zählen auch immer mehr Umweltmediziner und Ärzte aller Fachrichtungen. Als Beispiele möchte ich hier nur den Schlussteil des Freiburger Appells wiedergeben:

... Wir halten es für dringend erforderlich, jetzt zu handeln!

Als Ärzte sind wir vor allem Anwälte unserer Patienten. Im Interesse aller Betroffener, deren Grundrecht auf Leben und körperliche Unversehrtheit derzeit aufs Spiel gesetzt werden, appellieren wir an die Verantwortlichen in Politik und Gesundheitswesen.

Unterstützen Sie mit Ihrem ganzen Einfluss unsere Forderungen:

Neue gesundheitsverträgliche Kommunikationstechniken mit interessenunabhängiger Abwägung der Risiken speziell vor deren Einführung.

und als Sofortmassnahmen und Uebergangsregelung:

Massive Reduzierung der Grenzwerte, Sendeleistungen und Funkbelastungen auf ein biologisch vertretbares Mass speziell in Schlaf- und Regenerationsbereichen.

Kein weiterer Ausbau der Mobilfunktechnologie, damit die Strahlungsbelastung nicht noch um ein Vielfaches zunimmt.

Mitspracherecht der Bevölkerung und der Gemeinden bei der Standortplanung der Antennen, was für eine Demokratie selbstverständlich sein sollte.

Aufklärung der Bevölkerung und speziell der Handynutzer über die Gesundheitsrisiken elektromagnetischer Felder und somit bewussterer Umgang.

Handyverbot für Kinder und Nutzungseinschränkung für Jugendliche

Verbot der Handy-Benutzung und DECT - Telefone in Kindergärten, Schulen, Krankenhäusern, Altenheimen, Veranstaltungsstätten, öffentlichen Gebäuden und Verkehrsmitteln analog dem Rauchverbot.

Handy- und Mobilfunkfreie Zonen analog autofreien Bereichen

Ueberarbeitung des DECT - Standards für Schnurlos-Telefone mit dem Ziel, die Strahlungsintensität zu reduzieren und auf die tatsächliche Nutzungszeit zu begrenzen sowie die biologisch kritische Pulsung zu vermeiden.

Industrie unabhängige Forschung endlich unter Einbeziehung der reichlich vorhandenen kritischen Forschungsergebnisse und unserer ärztlichen Beobachtungen.

Die Erstunterzeichner:

Dr. med. Thomas Allgaier, Allgemeinmedizin, Umweltmedizin, Heitersheim
Dr. med. Christine Aschermann, Nervenärztin, Psychotherapie, Leutkirch
Dr. med. Waltraud Bär, Allgemeinmedizin, Naturheilverfahren, Umweltmedizin, Wiesloch
Dr. med. Wolf Bergmann, Allgemeinmedizin, Homöopathie, Freiburg
Dr. med. H. Bernhardt, Kinderheilkunde, Schauenburg
Dr. med. Klaus Bogner, Allgemeinmedizin, Friedrichshafen
Dr. Karl Braun von Gladiss, Allgemeinmedizin, Ganzheitsmedizin, Teufen
Hans Brüggen, Internist, Lungen- und Bronchialheilkunde, Umweltmedizin, Allergologie, Deggendorf
Dr. med. Christa-Johanna Bub-Jachens, Allgemeinärztin, Naturheilverfahren, Stiefenhofen
Dr. med. Arndt Dohmen, Innere Medizin, Bad Säckingen
Barbara Dohmen, Allgemeinmedizin, Umweltmedizin, Bad Säckingen
Verena Ehret, Aerztin, Kützting
Dr. med. Joachim Engels, Innere Medizin, Homöopathie, Freiburg
Karl-Rainer Fabig, Praktischer Arzt
Dr. med. Gerhilde Gabriel, Aerztin, München
Dr. med. Karl Geck, Psychotherapie, Murg
Dr. med. Jan Gerhard, Kinderheilkunde, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Ahrensburg
Dr. med. Peter Germann, Arzt, Umweltmedizin, Homöopathie, Worms
Dr. med. Gertrud Grönenthal, Allgemeinmedizin, Umweltmedizin, Bann
Dr. med. Michael Gälich, Arzt, Schopfheim
Julia Gänter, Psychotherapie, Korbach
Dr. med. Wolfgang Haas, Innere Medizin, Dreieich
Dr. med. Karl Haberstig, Allgemeinmedizin, Psychotherapie, Psychosomatik, Inner-Urberg
Prof. Dr. med. Karl Hecht, Spezialist für Stress-, Schlaf-, Chrono- und Raumfahrtmedizin, Berlin
Dr. med. Bettina Hävels, Allgemeinmedizin, Lörrach
Walter Hofmann, Psychotherapie, Singen
Dr. med. Elisabeth Hüppel, Naturheilverfahren, Orthopädie, Dorfen
Dr. med. Rolf Janzen, Kinderheilkunde, Waldshut-Tiengen
Dr. med. Peter Jaenecke , Zahnarzt, Ulm
Beate Justi, Psychiatrie, Psychotherapie, Hannover
Michaela Kammerer, Aerztin, Murg
Karl Kienle, Praktischer Arzt, Homöopathie, Chirotherapie, Naturheilverfahren, Schongau
Dr. med. Monika Kuny, Psychotherapie, Grünwald
Dr. med. Michael Lefknecht, Allgemeinmedizin , Umweltmedizin, Duisburg
Dr. med. Volker zur Linden, Innere Medizin, Bajamar
Dr.med. Martin Lion, Arzt, Homöopathie, Ulm
Dr. med. Dagmar Marten, Aerztin, Ochsenfurt
Dr. Rudolf Meierhöfer, Zahnarzt, Roth
Dr. med. Rudolf Mraz, Psychotherapie, Naturheilverfahren, Stiefenhofen
Dr. med. Otto Pusch, Nuklearmedizin, Bad Wildungen
Dr. med. Josef Rabenbauer, Psychotherapie, Freiburg
Elisabeth Radloff-Geck, Aerztin, Psychotherapie, Homöopathie, Murg
Dr. med. Anton Radlspeck, Praktischer Arzt, Naturheilverfahren, Aholming
Barbara Rautenberg, Allgemeinmedizin, Umweltmedizin, Kützting
Dr. med. Christof Rautenberg, Internist, Kützting
Dr. med. Hans-Dieter Reimus, Zahnarzt, Oldenburg
Dr. med. Ursula Reinhardt, Allgemeinmedizin, Bruchkübel
Dr. med. Dietrich Reinhardt, Innere Medizin, Bruchkübel
Dr. med. Andreas Roche, Allgemeinmedizin, Kaiserslautern
Dr. med. Bernd Salfner, Kinderheilkunde, Allergologie, Waldshut-Tiengen
Dr. med. Claus Scheingraber, Zahnarzt, München
Dr. med. Bernd Maria Schlamann, Zahnarzt, Heilpraktiker, Ahaus-Wessum
Dr. med. Hildegard Schuster, Psychotherapie, Lörrach
Norbert Walter, Allgemeinmedizin, Naturheilverfahren, Bad Säckingen
Dr. med. Rosemarie Wedig, Aerztin, Psychotherapie, Homäopathie, Düsseldorf
Dr. med. Günter Theiss, Allgemeinmedizin, Frankfurt
Prof. Dr. med. Otmar Wassermann, Toxikologie, Schönkirchen
Prof. Dr. med. H.-J. Wilhelm, Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Phoniater, Frankfurt
Dr. med. Barbara Wärschnitzer-Hänig, Dermatologie, Allergologie, Umweltmedizin, Kempten
Dr. Dr. med. Ingo Frithjof Zörn, Allgemeinmedizin, Phlebologie, Naturheilverfahren, Umweltmedizin, Nordrach

Unterstützerliste des FREIBURGER APPELLS:


Dr. med. Wolfgang Baur, Allgemeinmedizin, Psychotherapie, Umweltmedizin, Vienenburg
Prof. Dr. Klaus Buchner, Physiker, München
Volker Hartenstein, MdL Bayerischer Landtag, Ochsenfurt
Maria und Bruno Hennek, Selbsthilfegr. der Chemikalien- und Holzschutzmittelgeschädigten, Würzburg
Dr. Lebrecht von Klitzing, Medizinphysiker, Stokelsdorf
Wolfgang Maes, Baubiologie und Umweltanalytik, Neuss
Helmut Merkel, 1.Vorsitzender des Verband Baubiologie, Bonn
Peter Neuhold, Heilpraktiker, Berlin
Prof. Dr. Anton Schneider, wissenschaftl. Leiter des Institut f'ür Baubiologie und Oekologie, Neubeuern
Dr. Birgit Stöcker, Vorsitzende des Selbsthilfevereins für Elektrosensible, München
Prof. Dr. Alfred G. Swierk, Mainz
Dr. Ulrich Warnke, Biophysik, Biopsychologie, Biomedizin, Saarbrücken

Der Freiburger Appell vom Oktober 2002 hat mit bundesweit 40.000 Unterschriften,davon 1.200 Ärzten weltweite Resonanz gefunden. Viele weitere Berufsgruppen wie Psychologen, Psychotherapeuten, Heilpraktiker und Therapeuten aus dem Gesundheitswesen sowie Naturwissenschaftler haben ihre Unterstützung bekundet.

Bamberger Appell: Bis zum 5. August 2004 haben 123 Ärztinnen und Ärzte (darunter drei Chefärzte des Bamberger Klinikums) in Bamberg öffentlich vor dem weiteren Ausbau des Mobilfunknetzes eindringlich gewarnt. Dies hat mit dazu beigetragen, dass der Stadtrat zunächst einen Ausbaustopp beschlossen hat. Die Initiatoren hatten nicht mit dieser außerordentlichen Resonanz gerechnet. Ein deutliches Zeichen wie die Bedenken innerhalb der Ärzteschaft angesichts neuer Studienergebnisse (Reflex, Naila, Saalford, Huber) zunehmen. (Weitere Appelle finden Sie unter www.kombas.ch)

Im Internet finden Sie unter anderem unter http://www.gigaherz.ch weitere Links zu Interessengemeinschaften und Vereinen, die die gleichen Ängste und Bedenken teilen wie wir.

Dass Sie die Strahlung für nicht ungefährlich halten, zeigen Sie mit Ihren guten Ratschlägen auf. Wäre die Technik bedenkenlos einsetzbar, müssten aber weder gute Ratschläge noch Grenzwerte gegeben und festgelegt werden. Die Diskussion wird deshalb auch nicht geführt, ob die Belastung für den Menschen gefährlich ist oder nicht, sondern nur ab welchem Grenzwert.

Vertrauen hilft Ängste abzubauen: Ihr Vergleich mit der Lebensmittelverordnung könnte man doch auch auf die Medikamente anwenden? Man könnte der Pharmaindustrie vertrauen und auf langjährige, teure Versuche verzichten und die Medikamente direkt an den Patienten testen. Sollte sich in einigen Jahren herausstellen, dass die Dosis zu hoch und schädlich oder gar tödlich war, kann man sie ja immer noch reduzieren.

Dass Bundesgericht hat in einem Urteil 1A 94/2000 vom 30.8.2000 geschrieben: "Grenzwerte sind nicht nach medizinischen Gesichtspunkten, sondern nach wirtschaftlicher Tragbarkeit und technicher Machbarkeit festzulegen". Vergleicht man die aktuellen Grenzwerte, mit denen von Studien, welche sich mit dem Eintreten von "Befindlichkeitsstörungen" befassen, stellt man fest, dass die gesetzlich festgelegten Werte viel zu hoch sind. Hinzu kommt, dass immer nur die Strahlung der einzelnen Antenne und nicht die Gesamtbestrahlung der betroffenen Gegend massgebend für eine Bewilligung ist? Aber wie gesagt, sollte sich in einigen Jahren herausstellen, dass die Strahlendusche doch zu stark war, kann man sie ja immer noch reduzieren.

Unser Ziel und auch das des neu gegründeten Vereins IG gegen Elektrosmog im Saastal ist es, die Menschen auf die Gefahren des Elektrosmogs aufmerksam zu machen und zu sensibilisieren. Wenn nur ein Teil der Probleme, wie sie auch Teile der Ärzteschaft und der Wissenschaft heute befürchten, eintreten, ist es notwendig diese Technik sehr kritisch zu hinterfragen und zu versuchen, dass die Belastung reduziert wird oder zumindest nicht weiter zunimmt. Es darf nicht sein, dass aus Profitgründen die Gesundheit der Bevölkerung und in immer stärkeren Ausmass der Kinder leichtfertig aufs Spiel gesetzt wird.

Ich glaube, dass die besondere Verantwortung tragenden Personen im Gesundheitswesen, dieser Problematik die nötige Aufmerksamkeit schenken sollten. Es ist auch nicht fair die Befindlichkeitsstörungen der Patienten als Hirngespinste aufgrund einer Umfrage einer lokalen Krankenkasse abzutun.

Aufgrund meiner Ausführungen hoffe ich, Ihnen die Beweggründe für unsere Aktivitäten verständlich dargelegt zu haben. Vielleicht können Sie einigen Ausführungen zustimmen und als berechtigt anerkennen. Mit Ihrem Artikel in der Gletsherpost haben Sie versucht, den Menschen die Angst vor dem Elektrosmog zu nehmen. Zu hoffen ist, dass damit auch die "Befindlichkeitsstörungen" verschwunden sind.

Für weitere Informationen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung und es würde mich freuen, wenn Sie sich auch in Zukunft intensiv mit der Problematik beschäftigen würden. Bei mir war es jedenfalls so, dass je mehr Informationen ich zu diesem Thema erhielt, um so grösser wurde die Überzeugung, dass man etwas dagegen tun sollte.

Mit freundlichen Grüssen

Anthamatten Kurt

Geschäftsführer

Krankenkasse des Saastales
Postfach 111

3910 Saas Grund

Telefon 027 957 31 34
Fax 027 957 31 10
info@kksaastal.ch
www.kksaastal.ch